Star Trek Into Darkness

USA (2013)
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Benedict Cumberbatch (John Harrison/Khan), Simon Pegg (Scotty), Karl Urban (Pille), Zoe Saldana (Uhura), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov), Bruce Greenwood (Admiral Christopher Pike), Peter Weller (Admiral Marcus), Alice Eve (Dr. Carol Marcus) und eine Menge Menschen in Torpedos

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Kaum hat Kirk nach den Ereignissen in Star Trek das Kommando auf der Enterprise übernommen, wird es nach einer missglückten Mission auch schon wieder an Pike rückübertragen. Doch dann passiert ein Angriff auf eine Sitzung der ranghöchsten Sternenflottenoffiziere, den nur wenige überleben. Der Attentäter, ein Geheimagent der Sternenflotte, flieht nach Kronos, einem Klingonen-Mond. Kirk macht sich mit der Enterprise auf, den Flüchtenden wieder einzufangen.

Doch dieser ist anders, als Kirk es erwartet hat. Zum Einen hat er übermenschliche Kräfte, zum Anderen besitzt er Informationen über die Sternenflotte, die seine Ergreifung in einem anderen Licht erscheinen lassen…

Spätestens, als der Geheimagent Harrison seinen eigentlichen Namen Khan preisgibt, ist jedem Trekkie klar, dass sich Star trek into Darkness schamlos an Star Trek II: Der Zorn des Khan bedient. Nach dem Reboot folgt also die Konsolidierung für alle diejenigen, die den immerhin 31 Jahre alten Film – einer der besten der Original-Crew – nicht kennen. Dabei sind es nur einzelne Handlungselemente, die neu variiert werden – genug, um die Referenzen von Kundigen erkennen zu lassen, doch mit durchaus eigenem Charakter.

Ansonsten setzt der Film genau da an, wo JJ Abrams beim Vorgänger aufhörte. Wieder gibt es eine rasante, mit viel Action die Drehbuchschwächen überbügelnde Inszenierung. Diesmal schließt sich jedoch der Schnitt dem Niveau der Handlung an und lässt mit unmotiviert abgebrochenen Szenen die teilweise ins Leere laufenden Handlungsfäden deutlich werden. Etwas weniger davon und Abrams hätte sich bequem die Überlänge sparen können.

Zudem finde ich es schade, dass Benedict Cumberbatch als Khan so wenig Leinwandzeit verglichen mit seinem ebenso charismatischen Vorgänger Ricardo Montalbán bekommt. Wenn die Filmkritik seine Performance lobt, dann kann es nur daran liegen, dass die anderen Darsteller keine Konkurrenz darstellen. Denn eine von dem Supergehirn ausgehende Gefahr ist zu keiner Zeit erkennbar, was vor allem an der Dialogarmut des Films liegt. Khan wird hauptsächlich mit seiner körperlichen Überlegenheit im Kampf dargestellt (er besiegt fast im Alleingang eine Klingonenkolonie, kämpft sich durch das Superschiff der Föderation und ist mit Phasern nicht zu betäuben). Das wird der Figur nicht gerecht und vor allem braucht es keinen Benedict Cumberbatch für so eine eindimensionale Rolle.

Der Film verhindert in seiner Hektik und Ruhelosigkeit jegliche Atmosphäre. Handlungsvorantreibende Informationen werden quasi im Vorbeigehen und Rennen vermittelt, nie gibt es Zeit für Diskussionen oder gar Reflektionsmöglichkeiten. Früher haben sich in Star Trek die Offiziere zusammengesetzt und beratschlagt, was die beste Strategie ist. Bevor Scotty oder Spock Aussagen über das Schiff getroffen haben, mussten sie erst Konsolen oder Mitarbeiter konsultieren. Und als Spock in Star Trek II den Warpkern repariert, da musste er dies nicht wie Kirk hier mit roher Gewalt an etwas machen, das eigentlich ein Präzisionsinstrument ist. Ärgerlich, dass so eine der intensivsten Szenen von Star Trek II fast komplett ihrer Wirkung beraubt wird (inklusive einer billigen Rettung).

Da ist es nicht verwunderlich, dass der Film zwischenzeitlich an ein Computerspiel erinnert. In einer Sequenz werden Kirk und Khan mit Raumanzügen durch ein Trümmerfeld im All geschickt (der Transporter funktioniert immer nur so, wie es das Drehbuch gerade benötigt). Dabei wird der Flug durch den Raum aus der Egoperspektive gezeigt und mit einem Heads-up-Display unterstützt. Ich fühlte mich wie in einem Rennspiel, nur ohne Möglichkeit der Steuerung. Eine unschöne Erfahrung.

Gleichzeitig war dies eine der wenigen Szenen, in welcher der 3D-Effekt der nachträglichen Konvertierung halbwegs zum Tragen kam. Konnte ich in Iron Man 3 noch von einer angenehmen Zurückhaltung schreiben, so ist 3D in Star Trek Into Darkness eine Verschwendung und ärgerliche Preistreiberei. JJ Abrams hat weder darauf geachtet, 3D-wirksame Kameraeinstellungen zu verwenden, noch profitiert der Film in irgendeiner Form künstlerisch von den Effekten. Das gilt ebenso für die schon im Vorgänger kritisierten Lens Flares, die zumindest nicht mehr unentwegt die Sicht auf das Geschehen verdecken.

Am Ende bleibt ein weiterer hektischer Film übrig, dem ich vor allem die mangelnde Eigenständigkeit ankreide. Wenn sich JJ Abrams schon bei der Vorlage bedient, dann soll er nicht nur Elemente in wilder Kombination neu zusammenmischen, damit sie zu seiner Highspeed-Inszenierung passen. Liebe StarWars-Fans, ich habe jetzt schon Mitleid mit Euch, wenn ich nur daran denke, was die Kombination Disney/Abrams mit eurem Universum anstellen wird. Die gute Nachricht ist, dass es aus dem resultierenden Zeitmangel so schnell keinen weiteren Abrams-StarTrek-Film geben wird!

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