StarWars – Episode II: Angriff der Klonkrieger

USA (2002)
Regie: George Lucas
Darsteller: Hayden Christensen (Anakin Skywalker), Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi), Natalie Portman (Padmé Amidala), Ian McDiarmid (Supreme Chancellor Cos Palpatine / Darth Sidious), Christopher Lee (Count Dooku / Darth Tyranus), Anthony Daniels (C-3PO & Lieutenant Faytonni), Kenny Baker (R2-D2), Samuel L. Jackson (Mace Windu), Temuera Morrison (Jango Fett) und andere Sternenkrieger…

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10 Jahre nach dem Geschehnissen in Episode 1 ist die Republik immer noch nicht zur Ruhe gekommen, ganz im Gegenteil. Etwa 1000 Planetensysteme wollen sich unter der Führung des Yoda-Schülers Count Dooku abspalten, während die Jedis mit der Aufgabe, die Konflikte in der Republik zu lösen, hilflos überfordert sind. Die Stimmen im Senat nach einer stärkeren Armee werden imer lauter, doch kann Senatorin Padmé bisher den Rat noch zurückhalten. Nach einem missglückten Anschlag auf ihr Leben beauftragen die Jedis schließlich Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker damit, Amidale zu beschützen und herauszufinden, wer hinter den Anschlägen steckt.

Während Anakin sich bei der Erfüllung seiner Aufgabe immer mehr in Padmé verliebt, findet Obi-Wan heraus, dass von den Jedi unbemerkt auf einem entfernten Planeten eine Armee von Klonkriegern gezüchtet wurde und andererseits auch Count Dooku für den großen Kampf gegen die Republik rüstet. So kommt es zur entscheidenen Schlacht zwischen der von den Jedis und Palpatine angeführten Klonarmee und den Separatisten, wobei die Republik eigentlich nur verlieren kann…

Ich muss gestehen, dass ich mit einiger Aufregung in die Mitternachtspremiere von Episode 2 gegangen bin. Würde mich der Film ebenso enttäuschen wie Teil 1, oder hat George Lucas aus seinen Fehlern gelernt? Ich darf vorwegnehmen: Er hat, und ich bin ihm dankbar für diesen Film!

Kommen wir zuerst zu dem filmischen Teil des Films (!): Dass Lucas nicht gerade ein Stanley Kubrick ist, wissen wir nicht erst seit Episode 1, und auch in diesem Teil wirken viele Dialoge hölzern und künstlich, der Storyverlauf ist an manchen Stellen nicht ganz nachvollziehbar und einige liebgewonnene Charaktere werden leider wieder in schlechten Gags verheizt. Dagegen hat die lange Laufzeit (der längste StarWars-Teil bisher) dem Film nicht geschadet, und ich bin mit der Aufteilung Story-/Charakterentwicklung zu Action-Szenen auch ganz zufrieden.

Bild- und Sound-technisch spielte StarWars schon immer in der obersten Liga. Effekte über Effekte pflastern den Weg der Jedi-Ritter, es gibt bis auf die Außenaufnahmen auf dem Heimatplaneten von Padmé keine Szene, die nicht digital bearbeitet wurde, was man dem Film jedoch nur selten ansieht – das Universum von StarWars erscheint realer denn je, und auch Yoda hat den Weg von der Puppe in den Computer fast unbemerkt überstanden – das Laserschwert-Duell mit Count Dooku wäre mit der Puppe gar nicht zu realisieren gewesen. Jedoch hatte die Kopie der Erstaufführung auf der größten Leinwand des Cinemaxx ein merkliches Bildrauschen – wahrscheinlich zum letzten Mal, denn Episode 3 soll ja komplett digital in den Kinos aufgeführt werden. Und während der Sound am Anfang noch ziemlich an die Geräusche auf irdischen Straßen und Flugplätzen erinnert, kommt spätestens bei dem ersten Lichtschwert- und Lasereinsatz wieder dieses schöne StarWars-Gefühl auf. Dieses unterstreicht auch der klasse Soundtrack, der sich zusammen mit der Story immer mehr der ersten Trilogie annähert, um am Ende beim Abflug der Klonarmee mit dem Original-Score einen würdigen Schlusspunkt auf diese Episode zu setzen.

Und da bin ich auch schon beim zweiten Punkt: Der Umsetzung des StarWars-Universums. Ein Schwachpunkt von Episode 1 war sicherlich die Idee von George Lucas, den durch die erste Trilogie bekannten Teil der Handlung durch vollkommen neue Feinde, Freunde und Planeten aufzuwerten, um so das Geschehen spannender zu machen. In Episode 2 verfolgt er nun die komplett gegensätzliche Strategie: Der Film spielt an vielen bekannten Schauplätzen, es gibt Anspielungen zu Hauf auf die Teile IV bis VI (z.B. wenn Obi-Wan zu seinem Padawan im Scherz sagt, dass er ihn noch einmal umbringen wird und die Pläne des Todessterns erst einmal zurückgelegt werden, weil „die Zeit dafür noch nicht reif ist“), man erfährt den Ursprung der Stormtrooper und der Sternenkreuzer und das Design aller Fahrzeuge entwickelt sich merklich hin zu den bekannten Vorgaben.

Die wahre Stärke des Films ist aber der von jedem erwartete, aber trotzdem geschickt dargestellte Verfall der Republik. Noch ist Palpatine der Anführer der „Guten“ und die Jedis kämpfen auf der Seite der Republik gegen die „bösen“ Separatisten, doch die Macht der Jedis beginnt zu schwinden, und so beginnen sie auch in diesem Film noch nicht zu sehen, dass die dunkle Seite der Macht bereits die Republik übernommen hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Palpatine gleichzeitig auch die Separatisten ins Leben gerufen hat, um über einen starken Gegner seine eigene Macht auszuweiten (wobei der minderbemittelte Jar-Jar Binks sich einspannen lässt). Über die Laufzeit des Films erfährt man so Stück für Stück, was der dunkle Kanzler die letzten Jahre so getrieben hat, und selbst wenn die Jedis unter großen Verlusten am Ende die Schlacht gewinnen, so haben sie doch gleichzeitig die Republik und ihre eigene Stärke verloren.

Parallel dazu erzählt Lucas auch die Entwicklung von Anakin – seine Liebe zu Padmé und seinen Kampf mit der Macht. Während die Liebesgeschichte dem Film einige Augenblicke der Ruhe gibt, wird die Auseinandersetzung mit seinem Jedi-Meister Obi-Wan, der sich selber noch nicht in dieser Rolle wohlfühlt, ein zentraler Punkt in der Geschichte. Scheinbar hat ein Jedi-Meister kaum Einfluss darauf, für welche Seite der Macht sich sein Padawan entscheidet, denn selbst der übermächtige Yoda ist bei Count Dooku gescheitert! Der junge Hayden Christensen stellt den Anakin Skywalker dabei sehr überzeugend da, aber für die Dialoge kann er ja nichts!

Die Action-Szenen sind auf gewohnt hohen Niveau, wenngleich ich mir ein paar längere Lichtschwertduelle gewünscht hätte – Count Dooku macht zu schnell kurzen Prozess mit Obi-Wan und Anakin. Den darauffolgenden Kampf zwischen Yoda und Dooku hätte sich Lucas dagegen sparen können, mich erinnert das Herumgehüpfe des Jedi-Meisters nur an das Karnickel aus „Die Ritter der Kokosnuss“ – einfach lächerlich! (Es ist aber schon witzig, wenn er zu dem 80jährigen Christopher Lee sagt, dass er „noch ein Menge lernen muss“)

Fazit: StarWars-Fans werden diesen Film lieben, allen anderen werden zwar die Mängel in der Story auffallen, aber die Macht wird auch sie in ihren Bann ziehen!

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