Tattoo

Deutschland (2002)
Regie: Robert Schwentke
Darsteller: August Diehl (Marc Schrader), Christian Redl (Hauptkommissar Minks), Nadeshda Brennicke (Maya Kroner), Johan Leysen (Frank Schoubya), Monica Bleibtreu (Roth), Gustav-Peter Wöhler (Scheck), Ilknur Bahadir (Meltem), Ingo Naujoks (Stefan Kreiner), Joe Bausch (Günzel), Jasmin Schwiers (Marie Minks) und andere Tattooliebhaber

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Kurz vor seinem Abschluss an der Polizeischule wird Marc Schrader von Hauptkommissar Minks bei einer Razzia mit Drogen erwischt – und muß nun seinen Dienst bei dem Einzelgänger Minks in der Mordkommission antreten. Sein erster Fall wird der scheinbare Verkehrsunfall einer jungen Frau, die jedoch mit Drogen vollgepumpt war und der man die komplette Rückenhaut abgenommen hatte. Die Ermittlungen führen das unbequeme Polizei-Duo in eine Szene, in der mit der Haut von Menschen aufgrund ihrer Tätowierung gehandelt wird. Die Ermordete trug nämlich eines von 12 Tattoos des japanischen Kümstlers Hiromitsu, und bald müssen die Kommissare feststellen, dass jemand ohne Rücksicht auf Verluste versucht, diese 12 „Kunstwerke“ an sich zu bringen…

Zartbesaitete Menschen sollten sich lieber zweimal überlegen, ob sie sich diesen Film ansehen, denn der Regisseur spart nicht mit drastischen Bildern, um dem Zuschauer das Extrem des Haut-Tattoo-Sammelns näher zu bringen. So bestimmen dunkle Töne den gesamten Film, es gibt keine Lichtblicke für die beiden Hauptakteure, im Laufe der Ermittlungen stoßen sie nur immer mehr auf die unglaublichsten Dinge, die Menschen für Geld bereit sind zu tun.

Dieser ständigen Bedrückung hält dann auch der Hauptkommissar Minks nicht mehr stand, der mit seinem Freitod zum einzigen Mal in diesem Film aus der stereotypen Charakterisierung ausbricht, die Regisseur und Drehbuchautor Schwentke ihm angedacht hat. Da hilft auch das engagierte Spiel der Hauptdarsteller nicht über die Schwächen der Story hinweg, die sich zwar ständig Anleihen bei den großen amerikanischen Vorbildern nimmt, aber ansonsten angenehm deutsch bleibt, was auch den bekannten und doch neuen Ansichten Berlins zu verdanken ist.

Doch die Story soll auch nur den Rahmen abgeben für die Offenlegung der dunklen Seiten in unserer Gesellschafft, wo äußere Einflüsse aus Amerika und Japan sowie zuviel Geld Menschen dazu treibt, die Grenzen des Fetisch neu zu definieren. Und mittendrin der junge Schrader, der aus eigenem Willen und gleichzeitigem Zwang von anderer Seite tief in diese Szene eindringt und schließlich darin gefangen bleibt. Der Film bietet keinem der Akteure einen Ausweg, und gerade in dieser Geradlinigkeit, die er konsequent durchhält, liegt dann auch seine Stärke!

Fazit: Story mit Schwächen, tolle Optik und eine erschreckend eindringliche Thematik – dieser Film geht an die Grenzen des Geschmacks und ist deshalb nicht für jeden zu empfehlen.

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