Roter Drachen

USA (2002)
Regie: Brett Ratner
Darsteller: Edward Norton (Will Graham), Ralph Fiennes (Francis Dolarhyde), Anthony Hopkins (Hannibal Lecter), Emily Watson (Reba McClane), Harvey Keitel (Jack Crawford), Mary-Louise Parker (Molly Graham), Tyler Patrick Jones (Josh Graham) und andere Kannibalen

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FBI-Agent Will Graham hat es vor Jahren geschafft, seinen Mentor Hannibal „The Cannibal“ Lecter als Serienmörder zu überführen, doch ist er dabei schwer verletzt worden und hat deswegen und zum Schutz seiner Familie den Job aufgegeben. Sein ehemaliger Chef Crawford bittet ihn bei schwierigen Fällen aber immer wieder gern um Hilfe, so auch im Fall eines doppelten Familienmordes. Der Killer schlägt immer nur bei Vollmond zu und Will hat bald Schwierigkeiten, sich in den Mörder hineinzuversetzen. Deshalb nimmt er mit Hannibal Kontakt auf, der ihm zwar scheinbar weiterhilft, aber auch hinter Wills Rücken mit dem „Roten Drachen“ kommuniziert und damit Grahams Familie gefährdet…

Nach dem ersten großen Serienmörderfilm der 90er, „Das Schweigen der Lämmer“, und der schwachen Fortsetzung Hannibal folgt nun die Neuverfilmung des Prequels, also praktisch des ersten Teils der Buchserie um den intellektuellen Kannibalen Hannibal Lecter. Im Gegensatz zur wenig erfolgreichen ersten Verfilmung „Blutmond“ (was aber nicht an der Qualität des Filmes lag) wird der eigentlich nur eine Nebenrolle spielende Lecter wieder von Anthony Hopkins verkörpert, der zwar mittlerweile als Hannibal Kultstatus hat, aber hier meiner Meinung nach seine schlechteste Leistung in der Rolle abliefert. Er wirkt vom Aussehen her alt und verbraucht, allein das Spiel von Hopkins strahlt immer noch die Eleganz und Überlegenheit gepaart mit der gewissen Gefährlichkeit aus. Dagegen gibt sich Edward Norton keine Blöße und auch Ralph Fiennes und Emily Watson wissen in ihre Rollen zu überzeugen.

Die Besetzung überzeugt also, doch leider kann man von der Story nicht das Gleiche behaupten. Zu ausgetreten sind die Pfade im Serienkiller-Genre – Ironie des Schicksals, da gerade Thomas Harris dieses mit seinen Romanen entscheidend geprägt hat. Noch dazu referenziert der Regisseur gerne auf die beiden Vorgängerfilme und kann sich am Ende eine Überleitung zum „Schweigen der Lämmer“ nicht verkneifen. Doch mit fortwährender Dauer entwickelt der Film seine eigenen Reize und baut eine Spannung auf, die den Zuschauer bis zum Ende nicht mehr loslässt. Geschickt fügt sich dabei das vorläufige Happy-End ein, welches dem Regisseur Gelegenheit gibt, alle Handlungsstränge rechtzeitig zu einem Ende kommen zu lassen und den eigentlichen Showdown als krönendes Finale zu präsentieren.

Fazit: Ein von guten Schauspielern und einer grandiosen Spannung getragener Film, der allerdings leicht unter Schwächen in der Story und dem ausgeweideten Genre zu leiden hat – mal wieder nichts für Leute mit schwachen Nerven und Mägen!

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