Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich

USA (2004)
Regie: Jay Roach
Darsteller: Ben Stiller (Gaylord M. Focker), Robert De Niro (Jack Byrnes), Dustin Hoffman (Bernie Focker), Barbra Streisand (Roz Focker), Teri Polo (Pamela Martha Byrnes), Blythe Danner (Dina Byrnes), Spencer Pickren / Bradley Pickren (Little Jack), Alanna Ubach (Isabel), Ray Santiago (Jorge Villalobo), Owen Wilson (Kevin Rawley) und der Rest der Focker-Familie

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Nachdem Greg von seinen Schwiegereltern endlich akzeptiert wird, steht die nächste Herausforderung für ihn und seine Verlobte Pam an: Ihre Eltern müssen Gregs Eltern noch vor der Hochzeit vorgestellt werden. Und so reist die ganze Familie um Ex-CIA-Agent Jack mit dem Wohnmobil nach Florida, wo die Fockers ihren Hippie-Traum in einem Strandhaus verwirklicht haben. Um den konservativen Jack nicht zu verprellen sollen sich Bernie und Roz etwas zurückhalten, doch die guten Vorsätze halten nicht lange vor und bald steht Greg wieder einmal zwischen allen Stühlen und tritt von einem Fettnäpfchen in das nächste…

Bei den Hollywood-Komödien scheint sich neuerdings ein Subgenre herauszubilden: Immer mehr Filme behandeln das nicht mehr ganz taufrische Thema Schwiegeltern (auch Shrek 2), und „Meet the Fockers“ (so der treffendere Originaltitel) als Fortsetzung sogar schon zum wiederholten Mal. Da der erste Teil – auch dank Robert de Niro – einer der besseren Ben-Stiller-Filme war, bin ich nun auch in den neuesten Film von Jay Roach gegangen, der uns ja bald mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ (hoffentlich) erfreut.

Wie schon im Vorgänger ist das Prinzip klar. Greg versucht, es dem konservativen Jack Recht zu machen, um seine Pam heiraten zu können. Doch diesmal kommt nicht nur eine Schwangerschaft dazwischen, sondern auch Jacks Enkel Litlle Jack und natürlich die Eltern Focker, die so gar nicht in das Weltbild des Ex-CIA-Agenten passen. Ausbaden muss jede Misere natürlich Jack. Variiert wird dieses Thema diesmal durch die Rollen von Roz und Bernie, so dass Greg nicht mehr alle Peinlichkeiten selbst heraufbeschwören muss, sondern quasi von seinen Erzeugern dabei unterstützt wird.

Dieses Aufeinanderprallen der Weltanschauungen und vor allem die geniale Besetzung machen den Reiz von „Meet the Fockers“ aus. Während der Humor sich größtenteils auf anzügliche Zoten und das Thema Sex verlässt, sind es die Schauspieler, die dafür sorgen, dass der Film nicht in die Abgründe der typischen Ben-Stiller-Komödien abgleitet und dieser deshalb merklich weniger Szenen hat (was ich als positiv empfinde). Barbra Streisand und vor allem Dustin Hoffman im Hawaiihemd sprühen zusammen mit Robert de Niro geradezu vor Spielwitz und Leidenschaft, was sich sofort auf den Zuschauer überträgt. Wenn Bernie sein Möglichstes gibt, um seinen Sohn zu verteidigen bzw ins rechte Licht zu rücken, bleibt einfach kein Auge trocken. Dass sich seine Weltanschauung am Ende durchsetzt, ist die positive Aussage des Films. Auch Barbra Streisand überzeugt als Mutter, die das Therapieren einfach nicht lassen kann und über die Frauen der Familie Byrnes den richtigen Ansatz findet, um Jacks „Verklemmung“ zu lösen. Dessen Charakter hat leider genau wie der von Greg keinerlei Entwicklung seit dem Vorgänger durchgemacht, so dass einige Gags an den ersten Teil erinnern (Hauskatze und Toilette, versteckte Kameras, …).

Dafür kann „Meet the Fockers“ mit etwas ganz anderem aufwarten, nämlich einer politischen Aussage. Wenn Jack darauf hingewiesen wird, dass er gerade den Vertrauten in seinem „inneren Kreis“ am wenigsten vertraut, dann ist das ein eindeutiger Hinweis darauf, dass sich die Künstler in Hollywood von Washingtons Überwachungsphantasien in ihrer Freiheit bedroht fühlen. Und die Gaylord-Wand verweist in unserer ökonomisierten Welt darauf, dass es nicht immer darauf ankommt, überall der Erste zu sein – und man trotzdem stolz auf seine Leistungen sein kann. Schließlich kommen die drei Männer auch nur aus dem Gefängnis, weil der Richter zufällig in Roz Rentner-Therapie-Gruppe ist (so ganz korrekt politisch will der Film dann doch nicht sein).

Fazit: „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ setzt ohne sich selbst zu wiederholen nahtlos an den guten Vorgänger an, kann jedoch mit seiner politischen Aussage und dem genial aufgelegten Darsteller-Ensemble noch mehr gefallen. Besser als Teil 1!

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