Harald Schmidt

Heute war endlich die Zeit gekommen, mein Geburtstaggeschenk einzulösen: Einen Platz im Zuschauerraum bei Harald Schmidt. Nach fünf Stunden Fahrt im Auto und einer halben Stunde in diversen Kölner Schnellbahnen kamen wir schließlich durchschwitzt in Köln Mülheim auf dem Gelände des Studio 449 an.
Das Gebäude, in dem sich das Studio versteckt, liegt ganz unscheinbar inmitten vieler anderer, hauptsächlich von der Medienbranche genutzter Industriebauten. Von 17h bis 18h sollten wir unsere Karten dort abholen, so dass bis zum Aufzeichnungsbeginn um 19h noch genug Zeit übrig war, um in der Vorhalle ein Kölsch zu trinken (leider nicht vom Fass).
Eingelassen wurden wir auch erst kurz vor dem Beginn der Show; die Mitnahme von „Ton- und Bildaufzeichnungsgeräten“ war leider nicht gestattet :-( Das Studioinnere ist enttäuschend klein, die Fernsehkameras verzerren das Bild doch deutlich und suggerieren viel mehr Platz – Harald Schmidt kann den Weg von der hinteren Wand bis zum ersten Zuschauer wohl in vier großen Schritten überbrücken. Dafür sitzt das Publikum aber wirklich nah am Geschehen und hat trotz der vielen Kameratechnik meist den besten Blick auf den Gastgeber (wir haben nur Manuel Andrack nicht direkt sehen können). Und obwohl jeder Zuschauerplatz belegt war, saßen nur ungefähr 100 Menschen in der Show. Harald Schmidt hat die Einnahmen aus dem Kartenverkauf wohl nicht nötig.
Generell habe ich den Eindruck, dass die Show mit einen Minimum an Aufwand und so preiswert wie möglich produziert wird (aber sehr teuer an das Erste weiterverkauft wird). Das, was um 23h in der ARD läuft, ist quasi ein Livemitschnitt der Aufzeichnung, an dem nachträglich nichts geändert wird. Die Show könnte also ohne Probleme ständig live ausgestrahlt werden (nur findet sich dazu wahrscheinlich nicht das Publikum).
Vor dem eigentlichen Beginn wurden wir kurz auf die Regeln eingestimmt („Handys aus, alles wird live mitgezeichnet!“) und dann wurden alle Darsteller einzeln vorgestellt und auf die Bühne gerufen, zuletzt Harald Schmidt. Danach begann die Aufzeichnung, deren Schnitt wir über zwei große Flachbildschirme oberhalb der Bühne verfolgen konnten, was eigentlich nur bei dem Einspieler „Sin CDU“ und den wenigen Bemerkungen von Manuel Andrack notwenig war. Der Studiogast war aber leider der erste Hänger seit der Sommerpause, da hätte ich doch lieber Helge Schneider am Mittwoch gesehen. Am Ende verabschiedete Harald Schmidt noch kurz das Publikum und nach knapp 45 Minuten war das Vergnügen vorbei.
Die Show selber macht als Publikum im Studio viel mehr Spaß als vor dem Fernseher. Zum Einen ist man viel näher dran und kann so Details beobachten und ist nicht auf den Blickwinkel der Kamera beschränkt. Zum Anderen entwickelte sich auch eine Art Gruppengefühl für die Gags, so dass es mir wirklich gefallen hat und ich es verbuche unter „Muss man einmal mitgemacht haben“.

Meine Eintrittskarte zu Harald Schmidt

(Auf dem Rückweg hat uns fast Manuel Andrack mit seinem Fahrrad umgefahren…)

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