DVD-Wochenende

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Entspannung. Neben viel Schlafen und einem Schwimmbadbesuch habe ich aber auch fünf DVDs mehr oder weniger aufmerksam angesehen. Über vier davon will ich kurz etwas schreiben, den fünften Film kannte ich schon aus dem Kino.

  • Team America – World Police stand schon lange weit oben auf der Liste der Filme, die ich unbedingt noch sehen wollte. Leider konnten die „South Park“-Macher jedoch meine hohen Erwartungen nicht erfüllen.

    Zum Einen liegt dies an der Machart des Filmes: Tolle Kulissen und Effekte zeugen davon, dass der Film immerhin über 30 Millionen Dollar Produktionskosten verschlungen hat. Doch wenn es um die Animationen geht, zeigt „Team America“ eine Lustlosigkeit, die auf den Zuschauer überspringt. Zwar geben sich die Macher in einigen Actionszenen oder der Sexepisode viel Mühe, realistische Bewegungen zu erzeugen, aber die meiste Zeit über nerven die inspirationslosen, hölzernen Animationen der Marionetten. Das deutsche Publikum ist von der Augsburger Puppenkiste mehr gewöhnt.

    Desweiteren sind einige Szenen des Filmes übertrieben lang inszeniert. Wenn der Hauptcharakter sich die Seele aus dem Leib kotzt oder seinen Patriotismus beweisen muss, indem er den Chef oral befriedigt, dann sind dies Gags mit kurzer Halbwertszeit – bei „Team America“ dauern sie jedoch viel zu lange und füllen die Lücken im Drehbuch mit sinnloser Leere.

    Erschwerend kommt hinzu, dass der Film nur an wenigen Stellen überhaupt parodistisch wird. Der Hauptteil des Filmes imitiert bloß schlechte Filme oder Serien und langweilt deshalb den Zuschauer. In jeder „South Park“-Folge habe ich mehr gelacht als in diesem Film – ich kann also leider nur abraten von „Team America“.

  • Weiter ging es mit Rosenstraße, einem Film über Zivilcourage im Jahre 1943. Damals wurden die letzten Juden, meist aus Mischehen mit „Ariern“ stammend, in einer Synagoge in der Rosenstraße inhaftiert, um in Arbeits- oder Konzentrationslager abtransportiert zu werden. Die deutschen Frauen konnten mit Protesten in eben dieser Straße erreichen, dass ihre jüdischen Männer zumindest zeitweilig wieder freigelassen wurden.

    Ich schaue mir solche Filme über das deutsch-jüdische Verhältnis eigentlich recht gerne an, selbst wenn die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zum Teil schwierig ist. „Rosenstraße“ von Margarethe von Trotta meistert diesen Teil auch dank der guten Darsteller (z.B. Katja Riemann), setzt jedoch eine zusätzliche Rahmenhandlung in der heutigen Zeit um die Geschichte herum. Dadurch wird die Film unnötig aufgebläht (auf 136 Minuten!) und die eigentliche Geschichte banalisiert. Für einen ruhigen Abend auf DVD eignet sich der Film aber trotzdem, wenn man im Gegensatz zu Dresden weniger Wert auf Herzschmerz legt und dafür historische Genauigkeit erwartet.

  • 2000 war „Keine halben Sachen“ eine wirklich gelungene Komödie, deren Humor man fast als schwarz bezeichnen konnte. Die Fortsetzung Keine halben Sachen 2 – Jetzt erst recht! verschwand jedoch recht schnell wieder aus den deutschen Kinos – was mich jedoch nicht daran hinderte, mir auf DVD ein eigenes Bild davon zu verschaffen.

    Witzig ist der zweite Teil auf jeden Fall, wenngleich er mehr auf Klamauk setzt. Dafür darf der Zuschauer zu Beginn des Filmes Bruce Willis mit langen Haaren und Kittelschürze bewundern, der eine innige Beziehung zu seinen Hühner aufgebaut hat. Doch die Idylle hält nicht lange an, und damit beginnt die konfuse Geschichte, welche sich durch etliche Logiklöcher auf ein Finale zu bewegt, das mit den Vorbildern von Guy Ritchie in keiner Weise mithalten kann.

    Bleibt zu vermerken, dass man sich mit dieser Fortsetzung durchaus gut amüsieren kann. Ein schwaches Drehbuch und anspruchsloser Humor verhelfen dem Film jedoch zu keinem Ehrenplatz in der Bruce-Willis-Filmografie.

  • Zu guter Letzt bin ich am Sonntag noch bei Buena Vista Social Club eingeschlafen. Das viele Untertitel-Lesen ist eben doch anstrengend, vor allem wenn man dabei im Bett liegt. Ansonsten fehlt dieser Musikdokumentation hauptsächlich eine durchgehende Handlung. Vielmehr bringt Regisseur Wim Wenders dem Zuschauer die Musiker und ihr Heimatland Kuba in verschiedenen unabhängigen Episoden näher.

    So gibt es tolle Aufnahmen von der Uferpromenade in Santiago de Cuba und von einigen der Studioaufnahmen. Außerdem dürfen die Künstler wie Ibrahim Ferrer ihr Leben in den schönsten Farben ausmalen, ohne dass sich der Regisseur dazu äußert. Nur wenn Produzent Ry Cooder manchmal einwirft, wie die Musiker zum Teil die Geschehnisse darstellen, kann sich der Zuschauer seinen Teil denken.

    Der „Buena Vista Social Club“ ist dementsprechend eine Hommage an Kuba und seine Musiker und sollte auch nur so genossen werden, egal wie viel von dem Erzählten nun wirklich der Realität entspricht.

Einen Kommentar schreiben

(optional)