Und ewig lockt das Einkaufszentrum

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In Berlin ist alles etwas größer als woanders in der Republik. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich nachts hundert Polizisten als Wellenbrecher gegen eine Menschenmenge stemmen. Doch diesmal hieß es keine autonome Demo in Kreuzberg zu bändigen, sondern die Schnäppchenjäger bei der Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums in geordnete Bahnen zu lenken – die wilde Meute hatte zuvor eine Schaufensterscheibe eingedrückt und für mehrere Verletzte gesorgt.

Grund waren die Eröffnungsangebote des angeblich größten MediaMarktes Deutschlands. Dieser befindet sich im Alexa, einem riesigen roten Bunker am Alex. Während sich die Situation am Morgen dann beruhigt hatte, mussten gegen Mittag erneut die Türen des Elektronikmarktes geschlossen werden, da der Andrang zu groß war. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich zum ersten Mal in das Alexa getraut um herauszufinden, ob das Einkaufszentrum Alternativen für den Mittagstisch bieten kann. Fünf Minuten Fußweg von der Arbeit entfernt würde sich das anbieten.

Die Hoffnungen wurden jedoch enttäuscht. Ähnlich wie in Nova Eventis gruppieren sich in einem Teil des Zentrums ca 10 Fastfood-Geschäfte mit Preisen, die man nur zahlt wenn der Fußweg zur anderen Seite des Alex zu weit erscheint. Dafür kann das Alexa jedoch bei seiner Kernaufgabe überzeugen: Eine große Auswahl an Geschäften lädt bis 22h zum Shoppen ein. Sobald sich der anfängliche Besucherandrang etwas beruhigt hat, werde ich den Konsumtempel einmal nach Feierabend ausgiebig unter die Lupe nehmen.

Heute war dies noch nicht möglich: Um 18h herum wurde das gesamte Center zur Einbahnstraße erklärt und die verrückten Shopper stellten sich in Schlangen an, um Bananen zu kaufen hinein zu gelangen. Dort ist alles im Stile des Art Déco gehalten, was aufgrund der protzigen Größe und des teilweisen Baustellencharakters jedoch nicht vollends überzeugen kann. Desweiteren fehlen Möglichen zum schnellen Erreichen der oberen Etagen – nur zwei Rolltreppen und zwei Fahrstühle sind für ein so großes Einkaufszentrum einfach zu wenig. Aber vielleicht wird da ja noch nachgebessert; schließlich sind die Investoren Portugiesen und in den südeuropäischen Ländern wird gerne iterativ gebaut – sobald genügend Geld da ist, wird weitergemacht.

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