Good Omens – The nice and accurate prophecies of Agnes Nutter, witch

von Neil Gaiman & Terry Pratchett,
erschienen bei HarperTorch, ISBN 978-0-06-085398-3, 8,30€

Nachdem der Fantasyboom im Kino unentwegt anhält, hat es mit Der Sternwanderer nun auch der erste Neil-Gaiman-Roman auf die Leinwand geschafft. Dies nahm ich zum Anlass, mir seine Zusammenarbeit mit Terry Pratchett aus dem Jahre 1990 zuzulegen – Good Omens stand schon länger auf meiner Lesewunschliste.

Das Buch dreht sich um den bevorstehenden Weltuntergang, der mit der Ankunft des Sohnes des Teufels auf der Erde eingeläutet wurde. Sowohl Himmel als auch Hölle freuen sich darauf, endlich den finalen Kampf auszutragen, doch das Projekt Apokalypse beginnt bereits mit einem Fehlschlag: Satans Sohn wird aufgrund einer Verwechslung der falschen Familie untergeschoben und so kann der Antichrist in einem englischen Dorf unbehelligt aufwachsen, während sich die Kräfte des Guten wie des Bösens darin zu überbieten versuchen, einen gewöhnlichen amerikanischen Jungen zu beeinflussen. Als sie ihren Fehler endlich erkennen, ist es fast schon zu spät…

Da ich den Stil von Terry Pratchett nach mittlerweile 32 Scheibenweltromanen gut zu kennen glaube war es für mich überraschend, dass Good Omens so wenig davon abweicht. Dies klärte sich dann am Ende des Buches, wo beide Autoren von der Entstehung des gemeinsamen Werkes berichten. Gaiman kam mit einer Kurzgeschichte ohne Ende an, und beide entwickelten die Geschichte per Telefon weiter, wobei Pratchett der Schriftführer war. Die Abweichungen finden sich dann auch abseits der Gliederung und des Schriftstils des Buches. Neil Gaiman bringt aus seiner Zeit als Comicautor eine sehr bildhafte Sprache mit. Während Pratchett auf die vorhandenen, von der Popkultur beeinflussten Bilder in den Köpfen seiner Leser baut, beschreibt sein Co-Autor sowohl Gegenstände (der Bentley) als auch Situationen (die vier apokalyptischen Biker, der Baby-Tausch) etwas ausführlicher.

Die Akteure sind aufgrund des Ursprungs der Kurzgeschichte für einen Fantasyroman ungewohnt realistisch ausgearbeitet, wobei ich die im Titel erwähnte Hexe Agnes Nutter aufgrund ihrer Skurilität Terry Pratchett zuschreibe. Doch gerade die große Zahl an Charakteren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch trotz fast 400 Seiten Länge (wieder typisch Pratchett) nur ein Minimum an Story besitzt und diese auch noch zu ausrechenbar ist. So hatte ich zeitweise massive Motivationsprobleme beim Lesen, da es einfach nicht voranging mit der Geschichte.

Fazit: Ein interessantes Projekt zwischen zwei begabten Autoren aus dem Genre der komischen Fantasy ist Good Omens definitiv. Es ist durchgängig komisch und spielt sehr geschickt mit den Vorstellungen über die Apokalypse. Aber leider ist die Story nur eine auf Buchformat aufgeblähte Kurzgeschichte mit einem vorhersehbaren Ablauf, deren Längen den Gesamteindruck leider zu sehr stören.

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