Olga in Action

Immer wieder schaffen es Models, dank eines Förderers als Schauspielerin Fuß in Hollywood zu fassen. Milla Jovovich ist so ein Beispiel, und dieses Jahr ist mir nun Olga Kurylenko aufgefallen. Auffällig ist, dass alle drei der gesehenen Filme aus dem Action-Genre stammen.

Zuerst kam Hitman, den ich mir im August auf Blu-Ray angesehen habe. Der frankophile Film spielte teilweise in der Heimat von Olga Kurylenko, Russland, und hält sich erstaunlich wenig an die Videospielvorlage. Vielmehr wird eine große Verschwörung in der Organisation der Auftragsmörder konstruiert, die Handlung kann jedoch nicht überzeugen. Dafür ist der Film spannend und die Actionszenen überzeugen, während die Dialoge teilweise zum Weghören schlecht sind.

Frau Kurylenkos fällt in ihrer Nebenrolle nicht weiter auf, und ehrlich gesagt hätte ich mir den Namen gar nicht gemerkt, wenn nicht mit Max Payne die nächste Videospiel-Verfilmung in die Kinos gekommen wäre. Dort spielt Olga eine noch kleinere Rolle; sie wird nach ein paar Filmminuten gleich über zwölf Meter Straße verteilt. Die restlichen Zeit muss Mark Wahlberg als namensgebender Held nun mit ihrer MP-bewaffneten Schwester Vorlieb nehmen und sich durch ein löchriges Drehbuch kämpfen. Zwar orientiert sich die Story am ersten Spiel der Serie und die Optik wurde ziemlich gut eingefangen. Doch irgendwie verkommen alle Effekte – inklusive der Bullettime – zum unmotivierten Selbstzweck, die Actionszenen sind rar und nur Durchschnitt. Die Verlagerung der Handlung aus dem comichaften Spiel in ein real anmutendes New York funktioniert nicht wie gewünscht, aber Max Payne ist immer noch besser als jeder Uwe-Boll-Film.

Und dann kam natürlich der neue Bond. Der Vorgänger, Casino Royale, schien der Serie neues Leben einzuhauchen auf Kosten der Anbiederung an den Zeitgeist. Ein Quantum Trost schließt direkt daran an und verschreckt den Zuschauer erst einmal mit extrem hektischen Schnitten bei einer Autoverfolgungsjagd. Dass es besser geht, zeigt gleich der nächste Kampf mit einer beeindruckenden Kamerafahrt über sicherlich 20 Meter von oben in ein Haus hinein zusammen mit dem abstürzenden Bond. Von nun an geht es etwas ruhiger zu, die Geschichte um die Superorganisation und ihre zeitgenösischen Verstrickungen in Öl- und Wasserhandel und die Geheimdienste aus aller Welt muss ja aufgebaut werden. Insgesamt enttäuscht ein Quantum Trost aber, da viele liebgewonnene Bond-Charakteristika gestrichen wurden und so nur ein gut inszenierter Actionfilm mit enttäuschendem Ende übrig bleibt. Zumindest trinkt James seinen ersten Martini.

Da kann auch Olga Kurylenko in ihrer umfangreichsten Rolle nichts bewirken. Facettenreich kann man ihr Spiel in keinem der drei Filme nennen, was aber auch in der Natur des Genres begründet liegen kann. Ob dies für ein erfolgreiche Karriere in Hollywood reicht möchte ich bezweifeln, doch zumindest mit dem Bond hat sie ein breites Publikum erreicht und bei den Actionfans sollte sie sich allein schon durch die pure Anzahl an Filmen ins Gedächtnis gespielt haben. Zudem wird sie noch ein paar Jahre mit ihren Äußeren und den ins Kindchenschema passenden großen Augen punkten können. Meinen Geschmack trifft sie nicht, aber wer weiß welcher russische Mäzen ihr weitere Rollen beschafft…

Einen Kommentar schreiben

(optional)