Dragon Age: Origins – Ein Verriss

Das Lob schlug hoch für Dragon Age im weiten Netz. Ein neues Baldur’s Gate soll Bioware geschaffen haben, das beste Rollenspiel seit Jahren heißt es allerortens. Doch meine drei Blogeinträge sollten gezeigt haben, dass ich diese Einschätzung nicht teile.

Über eine andere Meinung als der Rest der Welt würde ich mir normalerweise keine Gedanken machen, aber auch im Freundeskreis ist das Spiel gut angekommen und wurde mit noch älteren Werken des Genres verglichen. Und als ich dies hörte wurde mir zweierlei klar: Zum Einen, dass Dragon Age wirklich wie ein Spiel aus weit zurückliegenden RPG-Tagen daher kommt und Zweitens meine Nörgeleien genau darin begründet sind.

Die vielen aufgezählten Kleinigkeiten sind mir nur so bitter aufgestoßen, weil mich der Schwierigkeitsgrad genervt hat. Ich mag es einfach nicht, nach jedem Kampf speichern zu müssen, weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, an der nächsten Herausforderung zu scheitern. Dragon Age nimmt sich jedoch die Freiheit, den Spieler durch einen Trial-and-Error-Spießrutenlauf zu schicken. Nur selten überlebt man eine falsche Entscheidung, doch Hilfestellungen gibt es fast gar nicht und so muss sich der Spieler alles selber erarbeiten. In meinen Fall bedeutete dies intensives googlen nach Informationen, die man ohne Probleme auch im Spiel selber hätte vermitteln können.

Das ist aus meiner Sicht einfach eine veraltete Herangehensweise aus den 80ern – den Schwierigkeitsgrad durch Vorenthalten von benötigtem Wissen nach oben zu treiben. Damals waren weder Grafik noch die Absatzzahlen weit genug entwickelt, um den Spieler durch ein Spiel leiten zu müssen. Dieser benötigte im Gegenteil ein gut entwickeltes Vorstellungsvermögen, um sich in die virtuelle Welt hineinzudenken, und weite Teile des Spiels spielten sich ähnlich wie beim Buchlesen im Kopf des davor sitzenden Menschen ab. Doch seitdem haben sich Spiele und ihre Präsentation weiterentwickelt und die meisten aktuellen Games bieten nur noch Interaktionen mit einer weitgehend durch die Entwickler vorgegebenen Welt (bestes Beispiel ist die Gothic-Reihe mit dem namenlosen Helden) – und verkaufen sich deshalb auch deutlich besser als vergleichbare Titel aus den 80ern.

Ich mag solche eingängigen Spiele mit einem zuksessive ansteigenden Schwierigkeitsgrad, bei denen der Spieler mit seinen Herausforderungen wächst. Dazu gehören auch Rückschläge, doch sollten diese nicht sofort zum virtuellen Tod und damit exzessiven Ladesessions führen – das ist frustrierend und einfach demotivierend. Taktische Kämpfe sind ebenso gern willkommen, solange man die eigene Taktik auch umsetzen kann – auf der PS3 ist dies bei Dragon Age aufgrund der missratenen Steuerung jedoch nicht immer möglich.

Da kann das Spiel noch so umfangreich sein – ich habe 55 Stunden netto für das Durchspielen benötigt – und noch so tolle Charaktere haben, am Ende hatte ich einfach das Gefühl, dass Dragon Age mir gegenüber unfair ist. Und so bleibt leider ein negativer Eindruck übrig, wie ich ihn seit dem letzten Level von Drakensang nicht mehr erlebt habe.

Kommentare

  1. Ahron

    mir hat das spiel super gefallen, allerdings hab ichs auch am rechner gespielt. hab schon von der miesen steuerung auf der ps gehört, aber dazu kann ich nxi sagen

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