Die wohl längsten Deleted Scenes

… habe ich auf der Blu-Ray von Zack and Miri make a Porno gefunden. Ganze 98 Minuten lang ist dieses Bonusfeature und damit nur drei Minuten kürzer als der Film selber. Allerdings darf man weniger Deleted Scenes im klassischen Sinn erwarten als einen Einblick in den Schnitt von Kevin Smiths Komödie. Denn fast alle Szenen im Film sind deutlich umfangreicher gedreht wurden als sie die Kinofassung zeigt. Oft sind es nur wenige Sekunden, die mittendrin herausgeschnitten wurden, aber die Deleted Scenes enthalten jeweils die komplette gedrehte Szene und erzählen in ihrer Zusammenstellung fast die gesamte Story noch einmal. Komplett entfallene Szenen sind mir dagegen nicht aufgefallen.

Ein wenig Schummelei ist trotzdem dabei. Allein 30 Minuten werden von einem schwachsinnigen Interview mit dem schwulen Porno-Pärchen aus der Handlung eingenommen, das im eigentlichen Film zum Glück keine ganze Minute einnimmt. Trotzdem hat sich mir ein interessanter Einblick in die Arbeit von Kevin Smith geboten, der seine Schauspieler auch gern improvisieren und sich in den Film einbringen lässt. Erst beim Schnitt entscheidet er dann, welche Szenen gut funktionieren und welche den Film nicht weiterbringen. Da war ich nach der Ansicht der entfernten Szenen zwar teilweise anderer Meinung, aber genau um dies herauszufinden mag ich dieses Bonusfeature auf DVDs und Blu-Rays.

Die Extras-Sektion überzeugt generell mit einer langen Gesamtlaufzeit von über vier Stunden und enthält neben den üblichen Zugaben wie einem Making-Of und einer Reihe von Versprechern auch eine nicht ganz ernsthafte Pressekonferenz auf einer Comic-Convention und eine Sammlung von im Internet veröffentlichten Teasern von den Dreharbeiten.

Der Film selber ist ein klassischer Kevin Smith, wenngleich bestimmt nicht sein bester. Es gibt die gewohnt offenherzigen Dialoge, an einigen Stellen lässt der Regisseur auch wieder den Star-Wars-Fanboy raushängen, doch so richtig bissig ist Zack and Miri make a Porno nicht geworden.

Im Vergleich mit den thematisch ähnlich gelagerten Filmen Nacktschnecken und Die Torremolinos Homevideos fällt auf, dass es in allen Werken vor allem um die Beziehungen zwischen den Hauptakteuren geht. Die Pornoproduktion ist nur der Aufhänger für die Offenlegung von Beziehungsproblemen bzw von Beziehungen selber; wenngleich gerade Kevin Smith sich viel mit der Produktion selber beschäftigt. Casting, Dreharbeiten und Titelsuche nehmen einen weiten Teil des Films ein und dafür hält Zack and Miri auch den breitesten Cast bereit. Es gibt einen Kameramann, einen Produzenten, einen Regisseur und abwechselnd müssen die Darsteller die Rolle des Toningenieurs einnehmen. Das ist fast durchgängig witzig und weiß auf nicht allzu hohem Niveau zu unterhalten – mehr hatte ich nicht erwartet und damit war ich ganz zufrieden mit dem Film.

Einen Kommentar schreiben

(optional)