Episodes from Liberty City: The lost and damned

Mit einiger Verspätung zur XBox-Fassung sind im April auf der Playstation endlich die GTA-IV-Addons The lost and damned und The Ballad of Gay Tony erschienen. Als Besitzer der Hauptspiels und GTA-Fan habe ich mir diese natürlich zugelegt; für zusammen 30€ auf einer Bluray musste ich nicht lange überlegen.

The lost and damned erzählt die Geschichte einer Bikergang, die sich in Liberty City mit anderen Gangs, der Polizei, der chinesischen- und der italienischen Mafia anlegt. Dabei trifft der Spieler auch einige Charaktere wie Drogendealerin Elizabeta Torres und Mafiosi Ray Boccino aus dem Hauptspiel wieder, sogar Niko Belic läuft einem mehrmals über den Weg. Zwei Missionen wurden gar recycled und können nun aus anderer Perspektive nachgespielt werden. Später lernt man zudem mit Gay Tony einen Hauptcharakter aus dem zweiten Addon kennen.

Im Gegensatz zu GTA IV hatte ich diesmal enorme Schwierigkeiten, mich in den gespielten Charakter Johnny Klebitz hineinzuversetzen, da dieser sich zwar als moralische Instanz aufspielt, aber sich danach genauso verhält wie die Gangmitglieder, die er kritisiert. Dies ist umso ärgerlicher, da der Spieler keinen Einfluss auf den Verlauf der Story nehmen kann. Wo es im Hauptspiel noch ein paar Situationen gab, in denen man den Gegner nicht töten musste, bleibt im Addon nichts mehr davon übrig.

Laut der Ingame-Info habe ich knapp 8 Stunden für das Durchspielen der Erweiterung benötigt. Da ich jedoch gescheiterte Missionen aufgrund des Munitionsverlustes durch Neuladen wiederhole, habe ich locker das doppelte an Zeit investiert. Dabei wurde der Schwierigkeitsgrad eigentlich gesenkt gegenüber dem Original. Die Motorräder, hier das Hauptbewegungsmittel, steuern sich gefühlt einfacher, und durch die ersten der 22 Storymissionen habe ich mich in Nullkommanichts geschossen.

Erst gegen Ende schleichen sich wieder ärgerliche und unfaire Szenen ein. In einer Mission musste ich drei Autos mit vom Motorrad abgeworfenen Bomben ausschalten (die Bazooka darf nicht benutzt werden), doch dazu musste ich das Motorrad vor dem hochzujagenden Fahrzeug platzieren, den Zünder der Bombe zusammen mit dem Fahrweg des Gegners richtig kalkulieren und gleichzeitig aufpassen, nicht von den Gegnern im Auto erschossen zu werden. In einer anderen Mission saß meine Spielfigur als Beifahrer auf einem Motorrad und durfte in Rebel Assault-Manier auf die angreifenden Gegner schießen. An beiden Stellen war ich etwas bedient, da die Freiheiten, die GTA an Waffen- und Fahrzeugwahl bietet, künstlich reduziert wurden, um die Schierigkeit der Mission zu erhöhen.

Da es zudem wieder lange Anfahrtswege zu den Missionen gibt und auch weiterhin Savepoints fehlen, geht ziemlich viel Zeit für sinnloses Umherfahren in der Stadt drauf. Als Ausgleich haben die Radiosender ein umfangreicheres Programm spendiert bekommen, doch einen MP3-Channel wie bei den GTA III-Spielen gibt es erneut nicht. Gar nicht verstanden habe ich, dass es bei den Slots für die Savegames weiterhin eine Limitierung von 13 gibt (???) und sich GTA IV und die beiden Addons sich diese noch teilen müssen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass The lost and damned genauso wie Spaß wie das Hauptspiel macht, und im Gegensatz zu Mafia II ein echtes Open-World-Spiel ist. Der Spieler muss nicht die Missionen der Storyline spielen, sondern kann einfach umher fahren, Missionen von am Straßenrand stehenden Menschen annehmen, Motorradrennen fahren oder Gangkriege ausfechten (wovon ich seit GTA San Andreas kein Fan mehr bin). Mit den Stärken wurden aber auch alle Schwächen des Hauptspiels geerbt, und das finde ich schade.

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