Amerikanisches Bier

Ich bin ein begeisterter Biertrinker und als solcher bevorzuge ich ein frisches Pilsener vom Fass. Dass in den USA die Pilsener Brauart nicht denselben Stellenwert wie in Deutschland genießt, war mir vorher klar, aber ich war überrascht, in wie vielen Läden mir mit Stella Artois ein gezapftes belgisches Pils angeboten wurde. Doch ich bin nicht nach Amerika gereist, um europäisches Bier zu trinken, und so habe ich versucht, in Kneipen und Restaurants lokale Pils-ähnliche Biere zu bestellen (im anglizistischen Raum pale lager genannt).

In Philadelphia habe ich daraufhin ein Yuengling bekommen, das verbreitetste Lager von Pennsylvania. Es besticht durch das Fehlen von Eigenheiten und war so angenehm zu trinken, ohne dass es sich nachhaltig in meinem Gedächtnis eingebrannt hat.

In Washington D.C. wurde mir dann ein Brooklyn Lager angeboten, das eigentlich eine Art Pilsener ist. Dafür war es aber relativ trüb und dunkel und hatte eine starke Malznote, die ich nicht mag, so dass ich nur ein Glas getrunken habe.

Weiter ging es mit der überraschenden Einsicht, dass auch in den USA Märzen-Biere gebraut werden. Das von mir probierte Heavy Seas Märzen entpuppte sich als sehr süßes, ansonsten aber angenehm zu trinkenden Bier.

Als Nächstes habe ich dann ungewollt Erfahrungen mit zwei Weißbieren gemacht. Das erste war ein Shock Top und das zweite ein Smuttynose – beiden gemein war eine angenehme Leichtigkeit und eine natürliche Zitrus-Fruchtnote, die ich etwas befremdlich fand. Bisher kannte ich die Unart, in ein Kristallweizen eine Zitronenscheibe zu hängen, aber in Amerika scheinen gerade Aromahopfen angesagt zu sein, die von sich aus Fruchtaromen zum Bier beitragen.

Da mir diese nicht so zugesagt haben, probierte ich noch ein Landshark aus der Flasche. Dieses wird vermutlich als Erfrischungsgetränk vermarktet, jedenfalls nennt es sich selbst island style lager und kommt in einer stylischen Flasche mit einer Haiflosse daher. Das Getränk kann jedoch mit der Flasche nicht mithalten; das Bier ist so leicht, dass es kaum einen eigenen Geschmack hat. Die Zielgruppe sind also bestimmt nicht die typischen Biertrinker.

Um die großen Marken wie Budweiser, Coors, Miller oder Samuel Adams habe ich bewusst einen Bogen gemacht und so bin ich jetzt um einige Erfahrungen reicher und gleichzeitig froh, wieder deutsches Pils trinken zu dürfen.

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