Keine Panik! Mit Douglas Adams per Anhalter durch die Galaxis

von Neil Gaiman,
erschienen im Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-40803-6, 8,99€

Neulich bin ich beim Kauf eines Geschenkes im Buchladen über diese Biografie gestolpert. Da ich sowohl die Bücher von Douglas Adams als auch einige von Neil Gaimans Werken sehr mag, habe ich sofort zugegriffen, ohne mich wie sonst erst einmal darüber zu informieren. Dies war ein Fehler, wenn auch ein durchaus kurzweiliger.

Denn dem Buch fehlt es an einem durchgängigen Konzept, einer sinnvollen Struktur, die es zu mehr machen würden als einem Sammelsurium von Anekdoten über Adams und den Anhalter. Für eine Biografie fehlt es eigentlich komplett an privaten Details des englischen Autoren; es werden fast nur Erinnerungen von Weggefährten an der Arbeit des Anhalters zitiert; zeitweise auch Aussagen von Adams selber. Ich hatte jedoch ständig das Gefühl, dass Gaiman davor zurückschreckte, zu viele Details aus dem Privatleben seines Freundes publik zu machen. Ein vollständiges Erfassen der Person Douglas Adams nur auf Grundlage episodenhafter Ausschnitte fällt so natürlich schwer.

Um eine Biografie des Anhalters zu sein schwenkt Gaiman dagegen zu oft auf andere Werke von Douglas ab, wie den Dr.Who-Folgen aus seiner Feder und den Dirk-Gently-Romanen. Der Anhalter bestimmt jedoch weitgehend den Inhalt, von der Radio- über die Fernsehserie, die Buchvariationen und das Computerspiel bis hin zum Kinofilm und verschiedenen Bühnenfassungen, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind. Dazu passen auch die im Anhang beigefügten Auszüge aus verschiedenen Drehbuchfassungen und Artikeln, auf die sich Gaiman öfters im Text bezieht und die es erlauben, einige am Material über die Zeit vorgenommene Änderungen nachzuvollziehen.

Leider bilden Gaimans eigene Texte nur einen recht geringen Anteil des Buches, hauptsächlich bedient er sich ausschweifender Zitate und begnügt sich trotz eigener Qualitäten damit, diese miteinander zu verbinden. Den dadurch entstehende Stilmix verstärkt die inzwischen 20jährige Entstehungsgeschichte des Buches noch. In diesem Zeitraum wurde es fortwährend erweitert und aktualisiert, und das tut dem Lesefluss nicht gut.

Dafür sind die Kapitel meist angenehm kurz und damit genau richtig für kurze Tramfahrten. Schlussendlich hatte das Buch einiges an neuen Informationen für mich zu bieten, die dank der Beteiligung vieler Berufskomiker angenehm kurzweilig zu lesen waren. Von einer Douglas-Adams-Biografie hätte ich mir dennoch mehr erwartet.

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