Planet der Affen: Prevolution

Verloren hat mich der Film bereits in den ersten fünf Minuten. Dies lag zum Einen daran, dass die Affen trotz perfekter anatomischer Animation nicht überzeugt haben, da sie sich gefühlt unnatürlich bewegten (Andy Serkis mag ein guter Gollum sein, ein Affe ist er aber nicht). Und zum Anderen an dem schlechten Plotaufhänger, dass in einem Tierversuchslabor trotz ärztlicher Kontrolle – die Wissenschaftler wollen ja wissen, welche Auswirkungen ihr Medikament hat – nicht aufgefallen ist, dass ein Versuchsaffe in seiner Zelle ein Baby zur Welt gebracht hat.

Mit so einem Einstieg hatte es der Film natürlich in der Folgezeit schwer, mich zu begeistern. Wenige gute Ideen wie das Einbinden des Starts der Icarus werden durch mäßige Schauspielleistungen (kann Tom Felton nur Draco Malfoy darstellen?) und das nicht nachvollziehbare Drehbuch aufgefressen. Zwei Beispiele:

Caesar, der erste intelligente Affe, beobachtet, wie der an Alzheimer leidende Vater seines Ziehvaters vor dem Haus in das offen stehende Auto des Nachbars steigt und damit sofort einen Unfall baut. Als der Nachbar deswegen auf den alten Mann losgeht, will Caesar diesen verteidigen und beißt dem Nachbarn einen Finger ab. In dieser Reihenfolge sind die Handlungen durchaus nachvollziehbar. Doch sieht man in anderen Szenen, wie Kinder aus dem Viertel mit Skateboards und BMX-Rädern auf der Straße herumspielen und vorbeifahrenden Autos gegen den Kotflügel treten, dann fragt man sich, wieso der Nachbar sein Auto mit offener Tür und steckenden Schlüssel auf der Straße stehen lässt. Durch solche Unachtsamkeiten fällt die gesamte Szene wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Ganz erbärmlich dann die Schlussszene. Caesar hat seine Affengeschwister durch halb L.A. und die Golden Gate Brigde in den Park mit den Riesenbäumen getrieben. Seit der Flucht aus dem Affenhaus hat sein Ziehvater Will (ebenfalls schwach: James Franco) ihn verfolgt, hat sich in lebensbedrohliche Situationen wie dem Kampf der Polizei gegen die Affen begeben, und schlussendlich Caesar auch gefunden. Nun fragt sich der Zuschauer, warum Will all diese Strapazen auf sich genommen hat und muss mit anhören, dass er den ausgewachsenen Affen, der gerade eine halbe Stadt verwüstet hat, in Misachtung alles Erlebten tatsächlich bittet, wieder mit nach Hause zu kommen.

Der Film besteht nur aus solchen notdürftig aneinandergeketteten und nicht funktionierenden Szenen, die den Eindruck machen, als ob das Drehbuch rund um ein paar Ideen zusammengeschustert wurde und um die üblichen Actionfilm-Must-Haves angereichert wurde. Charakterentwicklung auf Menschden- oder Affenseite? Fehlanzeige! Die gesamte Actionszene auf der Golden Gate Bridge hat keinerlei narrative Notwendigkeit und die vorherige Hetze durch ein seltsam leeres Los Angeles ebensowenig – hier wird das faktisch machbare präsentiert, aber ob es dem Film in seiner Erzählung hilft wird niemals hinterfragt (mein Highlight: ein Dutzend Affen springt aus den Fenstern des Laborgebäudes – sinnfrei, aber effektvoll). So kann ich nur konstatieren, dass das Franchise ein weiteres Mal zu Grabe getragen wurde – nur diesmal wird das Einspielergebnis nach den geltenden Regeln Hollywoods wohl eine Fortsetzung nach sich ziehen. Ich brauche sie nicht!

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