Der Anfang vom Ende?
So kurz vor dem Jahresende übe ich mich noch etwas in Kulturpessismus und prophezeie hiermit das nahende Ende der privaten Drohnenfotografie.
Denn es gibt immer mehr Einschränkungen und Auflagen für “Drohnenpiloten” wie mich. Zuletzt hat selbst das sonst so liberale UK die Zügel angezogen: Die bisher weltweit einheitliche Grenze für Einsteiger-Drohnen (bis 250g) wurde auf 100g gesenkt, wodurch praktisch alle Drohnenpiloten nun einen Online-Test absolvieren müssen, um neben der Operator-ID eine Flyer-ID zu bekommen. Zusätzlich wird aber auch die Remote-ID Pflicht (ab 01.01.2028), wodurch ich meine DJI Mini 3 Pro ab dann in der UK nicht mehr fliegen lassen darf.
Den Vogel abgeschossen haben natürlich die USA, die allen im Ausland hergestellten Drohnen keine notwendige Zertifizierung mehr geben und somit den Consumer-Markt praktisch killen.
Ausgerechnet die EU gibt sich in Sachen Verschärfung aktuell noch moderat. So begegnet Deutschland der zunehmenden Nutzung von Drohnen zur Spionage und Betriebsstörung mit Abschussrechten - aus meiner Sicht ein gutes Mittel. Wenn es sich wirklich um Spionage-Drohnen handelt, dann ist es nicht schade um die Drohnen. Und wenn es sich um einen Hobby-Piloten handelt, der sich verflogen hat, dann ist ein kleiner finanzieller Schaden durch Verlust der Drohne immer noch besser als Schadensersatzforderungen für Betriebsstörungen oder gar ein Prozess wegen Spionage.
Zur Wahrheit in der EU gehört aber auch, dass einige Länder bereits in den letzten Jahren durch verschiedene Maßnahmen Hobby-Fotografen wie mich eingeschränkt haben. In Deutschland betrifft dies hauptsächlich Überflugverbote für Infrastruktur, was ich nachvollziehen kann. In Frankreich dagegen hat die Karte der Flugverbotszonen quasi kaum weiße Flecken, so dass ich die Drohne gleich zu Hause gelassen habe. Und in Italien gibt es hohe Bußgelder im Fall von Verstößen, aber die lokale Luftfahrtbehörde macht es einem Nicht-Italiener extrem schwer, überhaupt an die Karte der Flugverbotszonen zu kommen.
Die zentrale und einheitliche Regelung in der EU ist damit praktisch nur ein Papiertiger. Und ich warte eigentlich nur darauf, dass die EU der UK folgt und die Remote-ID-Pflicht auf alle Modelle ausweitet und damit Legacy Drohnen für illegal erklärt. Für Hobby-Piloten wie mich wird es so oder so immer teurer und komplizierter, eine Drohne zu fliegen, weshalb ich davon ausgehe, dass der Consumer-Bereich in den nächsten Jahren sterben wird. RIP.