Im Vorspann nichts Neues
Früher™ waren Serievorspänne eher simpel gestrickt: Eine markante Melodie oder ein schmissiger Song untermalten Szenen der aktuellen Staffel und dienten vor allem der Wiedererkennung. Doch dann kamen die Streaming-Anbieter, mit ihnen das Binge-Watching und als direkte Folge die Option, den Vorspann zu überspringen (schließlich will man ihn nicht x-mal am selben Abend sehen).
Als Gegenbewegung dazu konnte dann der Vorspann von Game of Thrones betrachtet werden, der 2011 ebenso wie die Serie einschlug: Der perfekte Score mit seinem markantem Intro, Outro und Mittelteil war alleine noch nicht innovativ, aber auf der Bildebene fing es an, interessant zu werden. Die Kreativen fanden mit dem Mintiaturen-Effekt und der Darstellung der Handlungsorte als ineinander greifende Zahnräder ein schönes Bild für die Handlung der Serie, doch nicht alles erschloss sich sofort: Was bedeutet dieser Kreisel im Himmel? Wie lassen sich die steampunkigen Maschinen interpretieren? Es steckten sogar Handlungs-Spoiler im Vorspann; er hatte somit nicht mehr nur reinen Wiedererkennungswert, sondern ergänzte die Serie sogar und forderte vor allem die Aufmerksamkeit des Zuschauers - ein Klick auf den “Vorspann überspringen”-Button fiel somit schwer.
Acht Staffeln lang wurde diese Grundidee sorgsam fortgeführt und zu einem der Markenzeichen der Serie. Kein Wunder also, dass beim Spin-off House of the Dragon das Konzept aufgegriffen wurde. Leider ging man zu sehr auf Nummer sicher, verwendete neben dem Miniaturen-Effekt sogar denselben Score - mehr vom selben verkauft sich besser als Innovation. Und so ist selbst der Wechsel im Vorspann zu Staffel 2 nur auf den ersten Blick eine Änderung - das Grundkonzept der leicht chiffrierten Spiegelung der Handlung im Vorspann wurde nicht angetastet, geschweige denn die Melodie.
Und so langweilt es mich inzwischen, die immergleiche Suppe aus verschiedenen Töpfen serviert zu bekommen. Ob es nun der Vorspann von Foundation oder zuletzt von Shogun ist, sie eint, dass sie bei aller handwerklichen Qualität auf den ersten Blick als Kopien der von Game of Thrones etablierten Idee erkennbar sind - und damit ironischerweise das Gegenteil erreichen und mich zum Klicken auf “Vorspann überspringen” verleiten.