From Hell

USA/Tschechien (2001)
Regie: Albert und Allen Hughes
Darsteller: Johnny Depp (Inspector Abberline), Heather Graham (Mary Kelly), Ian Holm (Sir William Gull), Robbie Coltrane (Peter Godley), Jason Flemyng (Chauffeur), Ian Richardson (Inspektor Sir Charles Warren) und andere Viktorianer

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Whitechapel, ein heruntergekommener Stadtteil von London, im Jahre 1888. Der stark opiumsüchtige, aber ebenso erfolgreiche Inspector Abberline wird auf einen Fall angesetzt, bei dem das Opfer, eine Hure, bestialisch zugerichtet wurde. Mit seinem opiumbedingten Visionen kann der Inspector bald ein genaues Täterprofil erstellen: Der Mörder ist ein gebildeter Mann, wahrscheinlich ausgebildeter Arzt und kommt scheinbar aus den besten Kreisen. Doch es bleibt nicht bei dem einen Mord und immer mehr Huren aus dem Freundeskreis von Mary Kelly werden Opfer dieser seltsamen Ritualmorde. Bei seinen Ermittlungen stößt der Inspector dann auf Geheimnisse, die das gesamte Empire betreffen…

Auch hinter „From Hell“ steckt eine umfangreiche, komplexe Story, doch im Gegensatz zum Pakt der Wölfe reichen 2 Stunden diesmal locker aus, um sie zu erzählen. Die Regisseure legen dabei keinerlei Wert auf einen kontinuierlichen Spannungsaufbau, vielmehr lieferten sie einen durchdesignten Film ab, der in einer tollen Bildsprachen (die für meinen Geschmack etwas zu blutig ist) und mit fantastischen Kulissen das London am Ende des 19. Jahrhunderts wieder auferweckt – mit all seinen scheußlichen wie schönen Seiten, die jedoch an mehr Stellen aufeinandertreffen als man zu glauben meint. Dabei gibt es kein Gut und kein Böse, selbst wenn es manchmal so scheint, und dies ist auch die Grundessenz des Films.

Zwischen all den Bildern spielt Johnny Depp mal wieder den Exzentriker und Heather Graham eine viel zu unglaubwürdige Hure – nur Ian Holm weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Ein großer Chirurg, durch sein Alter an eine Beratertätigkeit gebunden, sucht die wahre Anerkennung für sein Lebenswerk – und wird dabei von Leuten gedeckt, die zwar seine Wege, nicht aber seine Mittel billigen, und ihn trotzdem dabei decken, denn es geht ja nur um „Bordsteinschwalben“. Dass die ganze hohe Gesellschaft auch nichts besseres zu tun hat, als sich in mittelalterlichen Geheimbünden zu vereinigen, zeigt die deutliche Kluft, die die Stände im viktorianischen England trennte – wenngleich ausgerechnet der Sohn der Königin sich Syphilis und einen Thronfolger von einer Hure besorgt! Auch Inspector Abberline ist dabei als ständiger Gast in den Opiumhöllen nur Kind seiner Zeit – ziellos, rastlos und am Ende auch mutlos kann und will er eigentlich keinen Ausweg finden, sondern nur seinen Scharfsinn an dem Fall beweisen – ändern kann er ebenfalls nichts.

Fazit: Ein atmosphärisch und optisch starker Film mit interessanter Story, der jedoch dank seiner eher schwachen Regie höchste Weihen verpasst.

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