Signs – Zeichen

USA (2002)
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Mel Gibson (Graham Hess), Joaquin Phoenix (Merrill Hess), Cherry Jones (Officer Paski), Rory Culkin (Morgan Hess), Abigail Breslin (Bo Hess), M. Night Shyamalan (Ray Reddy) und nicht viele mehr…

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Der ehemalige Pfarrer Graham Hess zieht nach dem Unfalltod seiner Frau zusammen mit seinem Bruder Merrill die beiden Kinder allein auf seiner Farm auf. Eines Morgens findet er Teile seines Maisfeldes seltsam niedergedrückt vor; ähnlich den in 80er Jahren vorgefundenen Kornkreisen. Diese tauchen vermehrt überall auf der Welt auf und erzeugen unter den Menschen Panik vor einer Invasion von Außerirdischen. Bald kann auch Graham seine Familie nicht mehr vom Gegenteil überzeugen, nicht ahnend, was ihm und seiner Familie noch bevorsteht und vor allem, was die letzten Worte seiner Frau für eine Bedeutung erlangen sollen…

Nach „The Sixth Sense“ und Unbreakable erwartete man von M. Night Shyamalan natürlich wieder nur eins: Eine überraschende Wendung am Ende des Films, die die komplette Handlung auf den Kopf stellt und dazu verleitet, den Film noch einmal unter dem geänderten Gesichtspunkt anzusehen. Doch da dies schon bei letzterem Film nicht mehr funktionierte, hat Shyamalan das einzig Vernünftige getan und diesmal darauf verzichtet – mit dem Ergebnis, dass dem Film nun eindeutig ein richtiges Ende fehlt und man sich den Film kein zweites Mal ansehen will. Wie man es macht macht man es falsch…

Aber wie schon die beiden Vorgänger fasziniert auch dieser Film durch eine unglaubliche Atmosphäre, die allein schon für eine ständige Spannung sorgt, die Shyamalan nur mit wenigen sorgsam eingestreuten Lachern und Schockelementen unterbricht. Ansonsten erzählt er in aller Seelenruhe seine Geschichte, die sich um das Kammerspiel der Familienmitglieder dreht und die große Invasion als bloße Hülle und Aufhänger dastehen lässt. Im Gegensatz zu anderen großen Invasionsfilmen unserer Zeit wie „Independence Day“ oder „Mars Attacks!“ sieht man in den 100 Minuten nur zwei Außerirdische und ein paar verwaschene Fernsehaufnahmen von UFOs – ähnlich dem ersten „Alien“-Teil ist es gar nicht nötig, großartige Kampfszenen zu zeigen, denn die Spannung spielt sich ja im Kopf des Zuschauers ab. Das auf alte SchwarzWeiß-Invasions-Filme getrimmte Intro und die ständig aufrecht erhaltene Spannung erzeugen jedoch eine Erwartungshaltung, die das Ende dann einfach nicht erfüllt bzw. es stellt sich zur „Überraschung“ heraus, dass der Erzählstrang um die Familie die eigenliche Handlung darstellt und Signs kein „echter“ Invasionsfilm ist!

Nur wozu man für die Selbstfindung eines Pfarrers (wieso hat er eigentlich Frau und Kinder?) so viel Spannung erzeugen muss, wird wohl Shyamalans Geheimnis bleiben – wahrscheinlich kann er nichts anderes… Aber dieses Handwerk hat er auf jeden Fall gelernt, genauso wie seine Darsteller, allen voran die überzeugenden Kinder. Wie schon Bruce Willis zuvor darf nun auch Mel Gibson sich einmal von der ganz ruhigen Seite zeigen und bildet mit Joaquin Phoenix das tragende Duo, dem die wichtigen Dialoge zugemutet werden, so dass sich wie immer bei Shyamalan alles am Ende zusammenfügt und ein ruhiger Film zu einem ruhigen Ende kommt. Und der zurückgelassene Zuschauer erst einmal eine Minute braucht um zu kapieren, dass das schon alles war.

Fazit: Ein Film zwischen den Genres, handwerklich hervorragend inszeniert, von den guten Darstellern getragen, und doch nicht wirklich überzeugend. Für einen spannenden Kinoabend reicht es aber immerhin; man kann sich ja sein eigenes Ende weiterspinnen!

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