Monty Python Double Feature Part II: The Complete Series of Monty Python’s Flying Circus

UK (1969-1974)
Regie: Ian MacNaughton
Darsteller: Graham Chapman, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin, Terry Gilliam, John Cleese, Carol Cleveland, u.a.

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Als Fan der britischen Komikertruppe hatte ich seit dem Erscheinen der DVD-Box ein Auge darauf geworfen. Als Amazon dann im Juli den Preis senkte, griff ich sofort zu und habe mich seitdem durch die 45 Folgen der Serie gearbeitet.

Ganz wichtig: Es gibt es keine deutsche Synchronisation – zum Glück! Denn Teile des englischen Humors bleiben zwangsläufig schon bei den deutschen Untertiteln auf der Strecke, die ich bei einigen Folgen getestet habe. Wer also nichts mit dem englischen Original anfangen kann, sollte sich die DVDs gar nicht erst zulegen.

Dank der parallelen Lektüre der Python-Biografie hatte ich das Glück, die Serie mit dem Wissen der Hintergrundinformationen aus der Entstehung ansehen zu können. Einige Ereignisse wie die erste nackte Brust im britischen Staatsfernsehen oder auf der DVD wieder hineingeschnitte, damals aber zensierte Szenen wären mir in ihrer Bedeutung sonst gar nicht aufgefallen. Ebenso weiß ich nun, weshalb John Cleese aus der Serie ausstieg (nur als Schauspieler, sein Humor war auch in der vierten Staffel präsent) und es schließlich trotz des großen Erfolges ein so schnelles Ende der Serie gab.

Das Wichtigste am Flying Circus ist natürlich dieser unglaubliche Humor, der durch die Kombination der sechs so unterschiedlichen Python-Mitglieder zustande kam. Von schwachsinnig bis intelligent, von schwarz bis skuril, vom Oneliner bis zum Running Gag wird in jeder Folge die gesamte Bandbreite geboten. Dazu kam das Spiel mit dem Medium: Allein schon der in manchen Folgen bis kurz vor Ende aufgesparte Vorspann, die Überleitungen wie John Cleese an seinem Schreibtisch oder die Kommantare zu den Einblendungen des ausstrahlenden Fernsehsenders BBC – vor den Pythons war nichts sicher, nichts war ihnen heilig. Sie setzten die Grenzen, die seitdem kaum jemand überschritten hat.

Daneben ist es diese Zeitlosigkeit, die überzeugt. Nur wenige Witze beziehen sich explizit auf damalige Ereignisse; der mittlerweile vorherrschende Referenz-Wahnsinn war damals noch gar nicht geboren. Stattdessen brachen die Pythons erstmals aus dem heute noch weit verbreiteten Schema der Comedyhows aus (Sketch auf Sketch ohne Zusammenhang) und arbeiteten nicht nur auf der Metaebene („Ich bin hier nur die Verbindung zwischen zwei Sketchen“), sondern überzeugten auch oft mit Absurditäten wie nicht vorhandenen Punchlines oder abrupten Enden („Das ist mir alles zu doof, ich steige hier aus dem Sketch aus“). Der Flying Circus war anders als alles andere, was der gemeine TV-Konsument anfang der 70er im Fernsehen zu sehen bekam und kann trotz des Alters heute noch überzeugen.

Kommen wir nun zum technischen Teil. Die Bildqualität ist in Ordnung, wenn man im Hinterkopf behält dass die Serie aus den Anfangstagen des Bunt-Fernsehens stammt und seitdem auf analogen Bändern gelagert wurde – nur bei den ersten Folgen gibt es ein paar Probleme mit der Farbe. Trotzdem wundert es mich, dass es keinerlei Sonderausstattung oder Zusatzfeatures auf die DVDs geschafft haben – dies ist selbst bei Fernsehserien eigentlich Standard. Zudem sind die Menüs sehr lieblos gestaltet und man muss sich erst durch drei Übersichten klicken, ehe man beim Inhalt angekommt. Die DVD-Box selber ist dafür ganz nett gestaltet, aber an den Längsseiten fehlt eine Beschriftung – so findet man sie nicht nur im Laden schlecht, sondern auch im eigenen DVD-Regal.

Alles in allem hinterlässt die Box also einen gemischten Eindruck – der Inhalt ist top, aber die Umsetzung auf DVD wurde nur halbherzig angegangen. Fans der Serie können aber gar nichts falsch machen und sollten zugreifen – ein Euro pro Folge ist kein schlechter Kurs!

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